Funktionsdiagnostik
Funktionelle Störungen im Bewegungsablauf der Kiefergelenke und der Kaumuskulatur können vielseitige Beschwerden, wie Gelenkgeräusche - Knacken und Reiben -, Behinderungen der Öffnungs- und Schließbewegung des Unterkiefers und Gesichtsschmerzen hervorrufen.
Diese Funktionsstörungen im Kiefer-Gesichtsbereich werden unter dem Oberbegriff Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) zusammengefasst. Es handelt sich um ein sehr komplexes Krankheitsbild, welches eine ganzheitliche Betrachtung des Patienten erfordert, da vielfältige Ursachen zugrunde liegen können.
Einerseits können Körperhaltung, muskuläre Verspannungen und Fehlbelastungen Einfluss auf das Kauorgan haben, andererseits können psychische Störungen eine Fehlfunktion hervorrufen. Darüber hinaus zeigen rheumatische Erkrankungen nicht selten ein Beteiligung der Kiefergelenke und verursachen dann Beschwerden im Kiefer- und Gesichtsbereich.
Am häufigsten treten Funktionsstörungen der Kiefergelenke bei Erwachsenen auf, aber auch Kinder und Jugendliche, insbesondere Mädchen zwischen dem 12. und 15. Lebensjahr können die Neigung zur Ausbildung einer späteren Funktionsstörung zeigen. Kinder sind in der Lage, funktionelle Ungleichgewichte sehr gut zu kompensieren. Wir sind darauf spezialisiert, diese zu erkennen und eine geeignete Therapie einzuleiten.
Vor jeder kieferorthopädischen Behandlung steht deshalb die Untersuchung der wichtigen Strukturen: Kiefergelenke, Kaumuskulatur und Zahnkontakte in Ruhe und in Bewegung.
Bei Kindern ist die Erkennung von Fehlfunktionen, vor allem der muskulären Strukturen unter ganzheitlichen Gesichtspunkten wichtig, da nur ein dauerhaft stabiles kieferorthopädisches Behandlungsergebnis erzielt werden kann, wenn alle Strukturen im Kiefer- und Gesichtsbereich im Gleichgewicht sind.
Drückt zum Beispiel eine zu starke Zunge von innen gegen die Zähne oder fällt der Patient durch eine ständig offener Mundhaltung aufgrund zu schwacher Lippenmuskulatur auf, entwickelt sich ein komplexes Krankheitsbild mit vielen Symptomen. Besondere Merkmale sind ein offener Biss, schmaler Oberkiefer mit schmaler Nasenbasis und eingeschränkter Nasenatmung und häufige Infektionen des Nasen-Rachenraumes durch dauerhafte Mundatmung sind die Folge.
Die Früherkennung solcher Krankheitsbilder erfordert die enge Zusammenarbeit mit anderen medizinischen Disziplinen, wie Kieferchirurgen, Zahnärzten, Orthopäden, Physiotherapeuten, Psychologen, Schmerztherapeuten, Logopäden, Radiologen...
Wir bieten unseren Patienten ein medizinisches Netzwerk, um im individuellen Fall die bestmögliche Behandlung durchzuführen.
